Multiple Sklerose - die Krankheit mit den tausend Gesichtern

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems.
MS ist eine Erkrankung des Gehirns und Rückenmarks, die mit mehr oder weniger zahlreich (= multipel) verstreuten entzündlichen, später vernarbenden und sich verhärtenden (=sklerotisch) Herden einhergeht. Die wissenschaftliche Bezeichnung für die MS ist Encephalomyelitis disseminata.

Rund 120 000 Menschen in Deutschland leiden an Multipler Sklerose. Am häufigsten wird die Krankheit bei jungen Erwachsenen zwischen 20 und 40 Jahren diagnosti­ziert, zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen. Im Durchschnitt erhalten in Deutschland jeden Tag 100 Menschen die Diagnose MS.

Verlauf
Multiple Sklerose wird als die Krankheit mit den tausend Gesichtern bezeichnet, denn bei jeder betroffenen Person hat MS einen anderen Verlauf.
20% der Menschen mit MS haben lebenslang einen günstigen Verlauf. Bei 70% tritt nach einer langen Zeit, in der sie ein weitgehend normales Leben führen können, eine zunehmende Behinderung ein. Nur bei einigen wenigen Betroffenen ruft MS schon nach kurzer Zeit eine deutliche Behinderung hervor.

Symptome
Manche Symptome wie Sehbehinderungen oder Blasen­störungen bleiben unsichtbar und sind dennoch sehr beeinträchtigend. Es können aber auch Fälle von Lähmungen und Gleichgewichtsstörungen eintreten, die zu Pflegebedürftigkeit führen. Neben den körperlichen Symptomen machen vor allem die sozialen, familiären und psychischen Folgen zu schaffen.
Bei 40% der MS-Kranken herrschen Schübe vor, die in unterschiedlichen Zeitabständen und in unterschiedlicher Dauer auftreten. Bei weiteren 40% der MS-Betroffenen gehen die Schübe schließlich in eine chronisch-fortschreitende Verlaufsform über. Bei etwa 20% der MS-Patienten verläuft die Erkrankung von Anfang an fortschreitend. Für jeden Betroffenen zeichnet sich hinsichtlich der Schwere seiner Krankheit sehr bald eine eigene Verlaufsform ab.

MS ist bisher nicht heilbar. Es gibt aber Behandlungsmöglichkeiten:
Die Schubbehandlung mit Kortison in der akuten Entzündungsphase.
Die Langzeittherapie mit  immunmodulierenden oder immunsuppressiven Medikamenten, welche den Krankheitsverlauf mildern.
Die Symptombehandlung: Einzelne Beschwerden wie Muskelsteife oder Schmerzen werden gezielt gelindert.
Neben der medikamentösen Behandlung spielen auch Physio- und Ergotherapie sowie Logopädie eine wichtige Rolle.
Psychologische und soziale Beratung gehören ebenfalls zu einem ganzheitlichen Management der Erkrankung.

Fest steht:
MS ist nicht ansteckend
MS ist nicht tödlich
MS ist keine Geisteskrankheit
MS bedeutet nicht zwangsläufig, einen Rollstuhl zu benötigen

Wir wissen, dass es nicht leicht ist die Erkrankung zu akzeptieren und in den Alltag zu integrieren, wir wissen aber auch, dass es vielen Betroffenen gelingt ein zufriedenstellendes Leben trotz MS zu führen. Wir lassen Sie bei der Suche nach Ihrem Weg nicht allein!